Projekt-ID: 47

Greek Diary - Ein Dokumentarfilm

Projekteinreicher*in: Heinz Trenczak
eingereicht am: 30.01.2018
Budget: € 9.800,-
Finanzierungsfrist: 08.05.2018
Finanzierungsschwelle: € 4.900
Projektart: Gegenleistung
Land/Bundesland: Österreich/Steiermark
Themenkreis: Bildungs- und Kulturprojekte

Allgemein

  • Start Projektumsetzung: 01.08.2016
  • Ende Projektumsetzung: 31.07.2018

Projektbeschreibung kurz

Als im September 2015 klar war, dass eine große Zahl von Schutzsuchenden in der "Schwarzl-Halle" bei Unterpremstätten, südlich von Graz, ankommen wird, reagierte Klaus Leutgeb, der sozialbewusste Pächter, prompt: er bestellte 3400 Semmeln.

„3400 Semmeln – Flüchtlinge. Helfer. Menschen.“ lautet auch der Titel der Langzeit-Doku zur Flüchtlingssituation des Grazer Regisseurs & Produzenten Heinz Trenczak und seines Partners Christoph Schmid. Die beiden sowie acht weitere Kameraleute haben im Laufe der letzten 24 Monate mehr als 200 Stunden Videomaterial gedreht – immer wieder in Graz, zudem in der Südsteiermark, in Wien, in Slowenien, in Kroatien, in Serbien, in Italien, in Griechenland und in Berlin. In der Auskoppelung "Greek Diary" wird dabei insbesondere auf die Balkanroute eingegangen, dafür wurden u.a. zwei Flüchtlingslager in Griechenland und eines in Serbien besucht. 

In dem Film lernen wir einige Schutzsuchende näher kennen, hören von Fluchtgründen und langen Passagen, vom endlosen Warten auf Interviews und Bescheide, von Familien, die noch in Krisengebieten ausharren müssen, von der Hoffnung auf Integration und Arbeit; ebenso begleiten wir einige Helferinnen und Helfer, die den Schutzbefohlenen mit Herz und Hirn, Rat und Tat beistehen, und deren ehrenamtliches Engagement nicht selten angefeindet oder behindert wird.


Nachweis Projektabschluss

Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den von Crowdfunding für Gemeinwohl erhaltenen Mitteln bezahlt wurden, sowie Gesamtabrechnung, Fotodokumentation und Online-Abschlussbericht.

Details

Ausgangssituation 

Das Langzeitfilmprojekt „3400 Semmeln“ stellt Flüchtlinge sowie Helfer in Zeiten einer medial und politisch postulierten „Flüchtlingskrise“ in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Der Film zeigt Menschen, die von der geopolitischen Entwicklung betroffen sind und aus den Krisenregionen fliehen und Menschen, die den Betroffenen auf ihrem Weg aktiv zur Seite stehen. Sozialkritisch und künstlerisch, dokumentarisch und unabhängig, empathisch und humanistisch entsteht aus dem langzeitigen Sammeln unterschiedlichster audiovisueller Aufnahmen ein weit gespannter Materialbogen. Dieser reicht von Protest- und Hilfsaktionen über persönliche Gespräche mit Flüchtlingen und Helfern bis zu Alltagsbeobachtungen und biographischen Exkursen. Einige der Schutzsuchenden und Helfer haben wir in Abständen immer wieder getroffen – unterwegs mit Hilfskonvois, aktiv bei Protestaktionen, eingepfercht in Militärcamps, beim Musikmachen, beim Warten auf Asylbescheide, beim Fußballspiel, beim Deutschunterricht, bei der Bewältigung ihres neuen Alltags. Angesichts einer humanitären Katastrophe, in der mit schwer fassbaren Zahlen operiert wird, und in kritischer Reaktion auf die Berichterstattung in den Boulevard-Medien erscheint es uns wichtig, individuelle Geschichten zu erzählen und der Anonymität der „Massen“ einzelne Gesichter und persönliche Schicksale gegenüberzustellen.Mittels der Methode des dokumentarischen Drehens bzw. der teilnehmenden Beobachtung halten wir Augenblicke, Prozesse und Stimmungen fest, sammeln über längere Zeit vielstimmiges und vielschichtiges Videomaterial. Momente, in denen die Filmemacher als reine Beobachter agieren und sich und ihr Tun möglichst in den Hintergrund rücken, wechseln ab mit solchen, in denen sie bewusst mit ihrem Vis-a-vis vor der Kamera interagieren, d. h. in das zu beobachtende Geschehen eingreifen.

Greek Diary

Inhalt dieses Crowdfunding Projekts ist eine Auskoppelung von "3400 Semmeln – Flüchtlinge. Helfer. Menschen", nämlich "Greek Diary". Gegen Ende der Dreharbeiten für das dokumentarische Langzeitprojekt besuchte Heinz Trenczak mit seinem Team zwischen 13. und 29. August 2016 zusammen mit privaten Helfern*innen und dem „Graz:Spendenkonvoi“ drei Flüchtlingslager außerhalb Österreichs - eines in Niš (Serbien) und zwei in bzw. nahe Thessaloniki (Griechenland). Ein Exposé befindet sich unter dem Punkt "Dateien" und zeigt etwas detaillierter die Inhalte zu diesem Dokumentarfilm-Essay.

Projektziele

  • Einsatz für Mitmenschlichkeit und Initiierung positiver gesellschaftlicher Bewusstmachungsprozesse 
  • Aufklärung und Gegengewicht zur Berichterstattung in den Mainstream-Medien
  • Langzeit Berichterstattung über ein in der Öffentlichkeit hitzig und oft polemisch diskutiertes Thema
  • Aufzeigung unüblicher Zugänge und alternativer Sichtweisen betreffend vielschichtiger und sich immer rascher verändernder Geschehen


Warum Crowdfunding?

Um das Projekt "Greek Diary" erfolgreich abzuschließen und das aussagekräftige Filmmaterial veröffentlichen zu können, benötigen wir Finanzmittel für die Postproduktion (Fotorechte, Schnitt, Regie).

Am 8. April 2018 gab es eine Premierenfeier im Grazer Rechbauer-Kino. Heinz Trenczak + Team haben in Zusammenarbeit mit der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik auch eine Fotoausstellung mit Arbeiten von David Kranzelbinder (aus Spielfeld) und Clément Martz (aus Thessaloniki) organisiert. 


Team und Kompetenzen

Heinz Trenczak: Regie, Kamera, Produktion
Christoph Schmid: Schnitt, Kamera, Koproduktion
Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik: Koproduktion
David Kranzelbinder, Clemens Niel, Norbert Prettenthaler, Andrea Schabernack, Johannes Sfiligoj, Sophie Stallegger, Arthur Summereder, Viktoria Wölfl: Zusätzliche Kamera
Martin Burböck: Tonbearbeitung, Mischung

Budget

  • Gesamtbudget
    € 8.910,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Benötigte Mittel von Crowdfunding für Gemeinwohl
    € 8.910,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 890,-
  • Zielbudget
    € 9.800,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 4.900,-
  • Teilbetrag A (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 7.128,-
  • Teilbetrag B (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen)
    € 1.782,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    14.08.2018
  • Projektrisiken
  • Budgetplanung
    1. Fundingschwelle - Postproduktion
    1.1 Materialsichtung + Protokollieren € 800,00
    1.2 Rechte Fotos € 900,00
    1.3 Honorar Schnitt € 2.000,00
    1.4 Miete Schnittplatz € 700,00
    1.5 Colorgrading & Mix pauschal € 500,00

    2. Fundinglimit - Regie und Vervielfältigung
    2.1. Honorar Regie € 2.800,00
    2.2. DVDs 500 Stk. € 580,00
    2.3. BluRays 200 Stk. € 380,00
    2.4. Grafik, Layout + Druck € 250,00

Dateien

Links & Downloads

Galerie

video

News

Heinz Trenczak

hat am 01.08.2018 geschrieben

Short-List-Nominierung

Unser Gesamtprojekt "3400 Semmeln - Flüchtlinge. Helfer. Menschen." wurde für die Short-List "Orte des Respekts" nominiert. Zwischen 09.08.und 23.08.2018 findet das Community-Voting auf der Crowdfunding-Plattform Respekt.net statt. - Sehr rege Beteiligung für unseren Film ist erbeten! Es geht um die Finanzierung des Filmschnitts.

Heinz Trenczak

hat am 27.07.2018 geschrieben

Greek Diary | Abschluß

Liebe Unterstützer*innen!

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Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Die Postproduktion (Schnitt, Endfertigung) für den Dokumentarfilm "Greek Diary" konnte mit Hilfe des Crowdfundings via die Genossenschaft für Gemeinwohl zeitgerecht & positiv abgeschlossen werden. Die Uraufführung fand am Sonntag, dem 8. April 2018, in Graz im Filmzentrum im Rechbauerkino statt; zwei weitere Vorführungen gab es in Wien: eine am Montag, dem 30. April 2018, in der Akademie der Bildenden Künste und eine am Freitag, dem 15. Juni 2018, am Uni-Campus Altes AKH, veranstaltet von der Österreichischen HochschülerInnenschaft und der Fakultätsvertretung Geisteswissenschaften an der Uni Wien. Derzeit ist die DVD-Edition in Arbeit, und der Film wird zu diversen Festivals eingereicht. Der Produzent und das Filmteam bedanken sich bei der Genossenschaft für Gemeinwohl für die gelungene und fruchtbare Zusammenarbeit.

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

In den Augen des Produzenten & Regisseurs hat das Dokumentarfilmprojekt "Greek Diary" folgende gesellschaftspolitische Zwecke erfüllt und wird sie weiterhin erfüllen:

1.) Die Situation von Schutzsuchenden in griechischen und serbischen Flüchtlingscamps konnte dokumentiert und die selbstlosen Arbeitseinsätze von privaten Helfern*innen begleitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

2.) Der einseitigen und bisweilen diskriminierenden Berichterstattung von Boulevard-Medien zum Thema Flucht und Asyl konnten dokumentarische Filmbilder und -töne entgegengesetzt werden, die Empathie erzeugen und realistische Aufklärung befördern.

3.) Gerade in der derzeitigen Phase einer verstärkt restriktiven und inhumanen EU-Politik auf dem Gebiet Migration (Stichworte: Zurückschiebungen, Anhaltelager, Grenzsperren) ist es besonders wichtig, Zeichen der Menschlichkeit zu setzen und auf die Einhaltung der unteilbaren Menschenrechte zu pochen.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Das bisherige Feedback nach den Filmscreenings war nahezu ausnahmslos positiv. Es wurde betont, dass Zuschauer*innen sich ihr eigenes Bild machen können und dass es keine vorgegebene Meinung gebe, die - pädagogisierend - dem Publikum eine gewisse Sichtweise nahelege. Mit anderen Worten: Das angestrebte "Ziel" konnte erreicht werden.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Die via das Crowdfunding gespendeten Mittel fanden und finden für folgende Honorare bzw. Sachleistungen Verwendung: Schnitt und Montage, Tonbearbeitung und Mischung, Übersetzungen ins Deutsche für die Untertitelung, Kommentarsprecher, Crowdfunding-Management, DVD-Edition, Regie (Materialsichtung und -protokollierung). - Die genaue Auflistung aller Einzelpositionen wurde der Genossenschaft für Gemeinwohl am 02.07. 2018 per E-Mail übermittelt und von dieser bereits anerkannt.

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